Hanau-Info
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Zeitung für Hanau, seine Stadtteile und zur Belebung der Hanauer Innenstadt

HANAU-INFO

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Hanau-Info, Hanau
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Schon vor der Errichtung der Wasserburg mit Ansiedlung, die als Keimzelle der Entstehung unserer Heimatstadt Hanau zu sehen ist, war das Land von Straßen durchzogen. Diese waren oft alte Handelswege, die mir heutigen Straßen allerdings nicht vergleichbar sind. Der Bau der Wasserburg war geographisch bewusst gewählt, bildete der natürliche Flußlauf der Kinzig mit seinen vielen Seitenarmen doch Schutz und war Lebensquell zugleich. Um die Burg entstand bald eine Ansiedlung, die nach einer weiteren Wachstumsphase im Jahre 1303 Stadt und Marktrechte bekam.

Städte wurden damals befestigt, so auch Hanau mit seiner ersten Stadtmauer. Diese etwa 800 Meter lange Stadtmauer hatte mehrere Stadttore, um in das Innere der Stadt zu gelangen. Vor dem Metzgertor um 1450 ist die erste Erweiterung der Stadt, in westlicher Richtung als Hauptmerkmal, auf allen Plänen zu erkennen.

Es entstand die damalige Vorstadt vor dem Metzgertor in der Metzgergasse, das bei dem Verlassen in die heutige Hospitalstraße etwa bis zum Frankfurter Tor und später oder auch parallel, wenn man so will, über die zweite Befestigungsanlage hinaus über die Kinzig sich entwickelte. Wobei letzterer Teil wohl auch strategische Bedeutung für die Stadt gehabt haben könnte, denn hier wurde auch dieser vorgelagerte Teil befestigt bis auf die andere Seite der Kinzigbrücke, die heute in die Frankfurter Landstraße und die Straße Vor der Kinzigbrücke / Bruchköbler Landstraße mündet.

Es ist zu vermuten, dass hier an der Kinzig eine Mühle stand. Mühlen waren damals von großer Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung und könnte mit ein Grund für die vorgelagerten Befestigungsanlagen sein.

Die Kinzigbrücke mündete damals in verschiedene Handels- und Verkehrswege nach Frankfurt und in die Wetterau, was wohl mit ein Hauptgrund war, warum sich hier schon früh Menschen ansiedelten.

Später, nach dem Bau der zweiten Befestigungsanlage um die Hanauer Altstadt, wurde die Stadt auch an anderen Stellen vor den Toren der Stadt erweitert. Mit der Neustadtgründung im Jahre 1597 vor den Toren der Altstadt begann für Hanau eine neue und bedeutende Epoche in der Geschichte unserer Stadt. Mit der neuen Stadt entstand eigentlich ein zweites Hanau mit eigenem Rathaus und eigener Verwaltung vor den Befestigungsanlagen der Altstadt. Diese zwei Städte waren nur über eine Zugbrücke, die auf dem heutigen Freiheitsplatz, etwa an der Ecke zur Nordstraße stand, in den jeweiligen Stadtteil erreichbar. Ein Kuriosum, das seines Gleichen suchte.


Wäre die Hanauer Neustadt nicht gegründet worden, hätte sich die „Vorstadt“ wahrscheinlich auch an dieser Stelle ausgebreitet. Dann allerdings wäre die Geschichte Hanaus eine ganz andere geworden und wahrscheinlich auch nicht eine so bedeutsame, wie sie mit der Neustadtgründung verbunden war.

Durch die Gründung der Hanauer Neustadt und die Entwicklungen in der jüngeren Geschichte unserer Heimatstadt Hanau veränderte sich natürlich die Bedeutung der Hanauer Vorstadt.

Insbesondere durch das Näherrücken der Stadt an den Handelsweg Main.

Dennoch ist die Vorstadt immer ein wichtiger Stadtteil Hanaus gewesen bis in die heutige Zeit hinein.

Geschichtlich bedeutsam für die Vorstadt ist sicherlich das Althanauer Hospital (das HANAU-INFO wird in einer seiner nächsten Ausgaben ausführlicher darüber berichten) der Margarethenturm auf der Kinzigbrücke, der deutsche Friedhof, das Frankfurter Tor, das Hospitaltor, die katholische Stadtpfarrkirche Mariae Namen, das St.Vinzenz Krankenhaus, das Justizgebäude in der Nußallee oder das Geburtshaus von Paul Hindemith,

um nur einiges zu benennen.

Die Hanauer Vorstadt

Hanau-Info, Vorstadt, Hanau
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Katholische Kirche am Bangert

(um 1870)

Das Spitaltor

(vor 1817)

Hanau-Info, Vorstadt, Hanau

Der Hof des Altstädter Hospitals Zeichnung Willi Staab

Hanau-Info, Hanau, Frankfurter Tor

Das Frankfurter Tor

Den heutigen Torbau ließ Johann Reinhard III. im Zusammenhang mit einer Umgestaltung der Wallanlage an dieser Stelle (1719) von dem gräflichen Hofbaumeister Christian Ludwig Hermann im Jahr 1722 errichten.Seiner ganzen Erscheinung nach diente der Neubau keinen

fortifikatorischen Zwecken, vielmehr sollte Hanau offenbar an der Straße von der Messe- und Kaiserstadt Frankfurt her eine repräsentative Einfahrt erhalten. Im Dezember 1711 hatte ja Kaiser Karl VI. (1711 - 1740), aus Italien kommend, sich für einen Tag in Hanau aufgehalten, und dieser Besuch mag der Anlaß gewesen sein, der Hauptstadt der Grafschaft einen für die Begrüßung so hoher Gäste geeigneten repräsentativen Torbau zu schaffen. Im Dreiecksgiebel außen über der mittleren Passage das Doppelwappen Johann Reinhards und seiner Gemahlin Dorothea Friedrike v. Brandenburg-Ansbach. Die unteren Räume des Torbaues beherbergten zeitweilig die gräfliche Münze; auf unserer Abb. sind die Räder der 1740 erbauten Müntzmühl, so die metalle strecket (zit. nach Winkler /Mittelsdort), sichtbar. In den Jahren 1953 und 1955 wurde der im Krieg stark beschädigte Bau restauriert.

Text und Bildmaterial sind aus der Festschrift zum Jubiläum 675 Jahre Altstadt Hanau vom Hanauer Geschichtsverein.

Das Frankfurter Tor. Aquarell, 20,2 x 31,7. Bernhard Hundeshagen 1809.

Postkarte: Frankfurter Tor, Aufnahme um ca 1900