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Zeitung für Hanau, seine Stadtteile und zur Belebung der Hanauer Innenstadt

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Postkarte von Bernd Rössel


Keine Bausünden

auf dem Freiheitsplatz !


Unter dieser Überschrift fand am 31. August eine Veranstaltung der Arbeitsgruppe der "Initiativgruppe Hanauer Altstadt" (IGHA) in der Alten Johanniskirche statt, die sich kritisch mit der beabsichtigten Neugestaltung der Freiheitsplatzes auseinander setzte. Es zeigte sich, dass das Interesse der Bevölkerung groß war. Mehr als 120 Hanauerinnen und Hanauer, darunter viele bekannte Gesichter aus der Politik und den Vereinen in der Stadt, interessierten sich für dieses Thema.

Nach dem Statement des Baudezernenten, Herrn Ullrich Müller, folgte ein Beitrag des 2. Vorsitzenden der IGHA, Herrn Gerhard Ziegler zu diesem Thema. Er betonte, dass das Jahrhundertwerk Freiheitsplatzneugestaltung nicht zur Bausünde des Jahrhunderts werden dürfe. Denn wenn die fünfstöckigen Häuser einmal stehen, müssen die kommenden Generationen damit leben. Es folgte unter der Moderation von Herrn Pfarrer Rühl eine lebhafte Diskussion. Einhellige Meinung war, dass es keine massive Bebauung des Freiheitsplatzes geben dürfe, wie es der 2. Preis des Architektenwettbewerbs vorsieht. Vielmehr sei es notwendig, den "Raum zum Atmen" für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt zu erhalten und einen Platz mit Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Stadtrat Müller zeigte sich von dem von dem Wort "Bausünde" wenig begeistert und hielt sich auch ansonsten mit konkreten Aussagen und Festlegungen zurück. Er sagte allerdings zu, dass er Ende des Jahres einen Planungsentwurf vorlegen wolle, in dessen Ausarbeitung der Arbeitskreis Freiheitsplatz der IGHA mit einbezogen werden solle. Dieses Papier würde dann der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt und dann noch einmal in einer Bürgerversammlung vorgestellt und diskutiert. Herr Müller betonte ausdrücklich, dass die Planungen auch noch in diesem Stadium veränderbar seien. Das war eine wichtige Botschaft an diesem Abend! Der Arbeitskreis Freiheitsplatz der IGHA begrüßt die Bereitschaft des Baudezernenten zur Kooperation. Erfreulich ist auch das große Maß an Zustimmung der Bevölkerung zu den Vorstellungen der Altstadtinitiative zur Gestaltung des Platzes. Dies zeigt sich nicht zuletzt in den schon mehr als 1300 Unterschriften, die bisher gesammelt worden sind. Man darf gespannt sein, welchen Entwurf die Stadt zum Ende des Jahres vorgelegen wird. Festzuhalten bleibt, dass schätzungsweise 80% der Hanauer Bevölkerung eine massive Bebauung des Freiheitsplatzes -an welcher Stelle auch immer- ablehnen. Diese Meinung sollte respektiert werden.


Siegfried Koch

Hanau-Info, Zeitung, Hanau, Ausgabe, Oktober 2004