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Zeitung für Hanau, seine Stadtteile und zur Belebung der Hanauer Innenstadt

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Neues zur Freiheitsplatzgestaltung


Der Arbeitskreis Freiheitsplatz der IGHA hat sich weitere Gedanken gemacht über die Gestattung des Freiheitsplatzes auf der Oberfläche. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung die Baufenster beschlossen hat und damit die Diskussion mit den Bürgern unserer Stadt in eine nächste Phase eingetreten ist. Diese Bürgerbeteiligung wurde on Seiten der Stadtregierung immer wieder ausdrücklich gewünscht und versprochen.

Wir erinnern daran, dass unser Arbeitskreis ein Konzept entwickelt hat, für das 2500 Unterschriften gesammelt wurden. Dieses Konzept ist nach wie vor Grundlage unserer Überlegungen. Wir halten eine zu massive Bebauung auf dem Freiheitsplatz für verkehrt, möchten aber trotzdem weiterhin konstruktiv an der Diskussion über das Jahrhundertwerk der Umgestaltung mitarbeiten.

Hier eine kritische Anmerkung zu den Baufenstern und der Informationspolitik aus dem Hause des Baudezernenten. die Information zu den Maßen der Baufenster sind zum Teil widersprüchlich. Wenn man dies anspricht, bekommt man keine eindeutigen Antworten.

Über die Bürgerbeteiligung bei der weiteren Planung hat der Baudezernent ebenfalls widersprüchliche Aussagen gemacht. Auch nach seinem letzten Brief an den Arbeitskreis Freiheitsplatz der IGHA bleiben Zweifel daran, ob Herr Müller eine wirkliche Bürgerbeteiligung will, die über eine bloße Bürgerinformation hinausgeht. So geht man nicht mit Bürgern um, die sich engagieren wollen und eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt suchen.


AGENDA: Westseite als Esplanade (Bäume z. B. kugelförmig geschnitten) mit fester Decke (geänderter Untergrund für jegliche Art verschiedener Events). Verbindung Südseite mit Nordseite zur Marktstraße (Altstadt) durch gepflasterten Weg mit Denkmal und Brunnen, seitlich geschickt aufgeteilter Beleuchtungskörper in Form von Stehleuchten und in den Boden eingelassene Strahler. Diese Pflasterung wird über die Straße Am Freiheitsplatz rechts und links des Weges als Fußgängerüberweg zur Altstadt fortgesetzt. Die Bebauung der Ostseite soll 3.500 qm nicht überschreiten. Es bleibt bei der ausgeschriebenen Traufhöhe von max. 11 m. Die Baugrenze links (westlich siehe Maßkette Plan) ist zwingend einzuhalten.

Hanau-Info, Hanau, Freiheitsplatz

Dies ist der Plan des Arbeitskreises Freiheitsplatz (AKF) zur Umgestaltung des Freiheitsplatzes. Er bevorzugt eine bessere Anbindung an die Altstadt und keine zu massive Bebauung.

Hanau-Info, Hanau, Freiheitsplatz

Dieser Plan wurde vom Baudezernenten Ulrich Müller der Öffentlichkeit vorgestellt. Er spiegelt die Vorstellungen des Baudezernenten wieder wie er sich die Gestaltung des Freiheitsplatzes vorstellt.


ECKPUNTE ZUR GESTALTUNG DER OBERFLÄCHE DES FREIHEITSPLATZES


Die Gestaltung eines innerstädtischen Platzes muss Signalwirkung auf auswärtige Besucher haben.

Alle Vorschläge zur Oberflächengestaltung orientieren sich an diesen vier Grundgedanken:


1. Verbesserung der Verweilqualität

2. Steigerung der Attraktivität

3. Verbesserung der Funktionalität

4. Herstellung von ge-schichtlichen Bezügen


Es ist schwer an dieser Stelle konkrete Aussagen zu machen, da von Seiten der Stadt wenige konkrete Pläne vorliegen. Deshalb können wir an dieser Stelle nur einige Stichpunkte anführen:

Verbesserung der Verweilqualität


• Anlegen einer Esplanade, Anpflanzung von Bäumen und Schaffung von

   Sitzgelegenheiten

• Breite Gehflächen mit ansprechender Bepflasterung (Bezüge zu den Stadtteilen)

• Attraktive Beleuchtung von Straßen und Wegen (erhöhen das Sicherheitsgefühl)

• Ansprechendes gastro- nomisches Angebot.


Steigerung der Attraktivität


• Der Platz muss sich in seinem Erscheinungsbild hervorheben, um auf

   auswärtige Besucher angenehm zu wirken.

• Die Einbeziehung von Wasser als gestaltendes Element

• Installation von Brunnen (Röhrenbrunnen, Schwanenbrunnen) und unter Glas

   laufende Wasserachsen

• Hervorheben des Geburtshauses der Brüder Grimm

• Paul-Hindemith-Denkmal

• Helle, freundliche Farben und künstlerisch gestaltete Wände in der Tiefgarage


Verbesserung der Funktionalität


• Sicherheit und Service sollten eine Priorität eingeräumt werden

• Wenige, gut erreichbare Bussteige

• Ticketing am oder auf dem Platz

• Multimediawand, wo alle Informationen über Veranstaltungen angezeigt

  werden

• Abschließbare Fahrradständer

• Funktionelle Verkehrsführung

• Uhr mit Temperaturanzeige, Wetterausichten

• Bühnen auf der Westseite mit Anschlüssen für Veranstaltungen

• Barrierefreie Gestaltung des Platzes


Herstellung von geschichtlichen Bezügen


• Einrichtung von geschichtlichen Zeitfenstern

• Historischer Stadtplan am Behördenhaus


Wir befürchten, dass nicht die optimale stadtplanerische Gestaltung im Mittelpunkt stehen wird, sondern das Interesse des potentiellen Investors. So besteht Grund zu der Vermutung, dass an die Stelle einer phantasievollen Gestaltung des Platzes, wie sie von uns angeregt wird, ein durchschnittliches architektonisches Allerlei kommt. Auf der Strecke könnten auch die geschichtlichen Bezüge bleiben (Geburtshaus der Brüder Grimm, Bezug auf Paul Hindemith, geschichtliche Zeitfenster). Dies könnte ebenso für das Thema „Wasser“ gelten. Wäre es nicht eine reizvolle Aufgabe an dem Platz, der durch einen Wassergraben Alt- und Neustadt voneinander getrennt hat, diesem Element einen verbindenden Charakter zu geben?

Durch die volle Ausnutzung des bereits von der Stadtverordnetenversammlung genehmigten 70 Meter langen Baufensters an der Nordost- ecke würde ein massiver Klotz entstehen, der zu starker Verschattung führt und der Verweilqualität auf dem Platz abträglich ist. Diese massive Bebauung verändert in erheblichen Maße den Charakter des Platzes.

Das Verkehrskonzept für Busse und Individualverkehr scheint wenig durchdacht zu sein, da sich z.B. Autos und Busse am „Nadelöhr“ Kreisverkehr konzentrieren.

Ein Rasenstück auf Kosten der Esplanade anzulegen, halten wir für eine schlechte Lösung, da hier nach unserer Meinung sehr schnell ein schmuddeliger Platz entstehen wird (Hundeklo, Grillplatz etc... um nur einige Punkte zu benennen (siehe Plan Nr. 2 aus dem Hause des Baudezernenten).

Die Umgestaltung der Westseite auf dem Freiheitsplatz hat eine besondere Bedeutung, da hier die richtige Gestaltung Vorraussetzung für eine erhebliche Innenstadtbelebung ist. Dieses Thema wird in nächster Zeit noch für ausreichend Diskussionsstoff sorgen.


Gerhard Ziegler