


Seit mehr als 20 Jahren wird über den Freiheitsplatz diskutiert, wurden Pläne geschmiedet und nach kurzer Zeit wieder verworfen. In dieser „Tradition“ geht es 2007 offenbar weiter. 2006 waren Kommunalwahlen und eine neue Stadtregierung wurde gebildet. Hatte bisher der Baudezernent die Stadtplanung betrieben, so wurden hier die Karten neu gemischt. Ein anderer Baudezernent wurde gewählt und die Dezernate neu zugeschnitten. Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat die Stadtplanung aus dem Baudezernat übernommen und damit die Entwicklung auf dem Freiheitsplatz, Gleisbauhof und Schlachthofgelände zur Chefsache erklärt. Erste Maßnahme seines Handelns ist eine Denkpause in Sachen Freiheitsplatz auszurufen und ein weiteres Gutachten in Auftrag zu geben.
Da staunt man nicht schlecht als Bürger dieser Stadt.
Wir erinnern uns: Am 18.01.2005 stand im Hanauer Anzeiger zu lesen: „Wenn wir es jetzt nicht schaffen, die Neugestaltung des Freiheitsplatzes in Angriff zu nehmen, dann passiert bis 2050 nichts, setzt sich Kaminsky selbst unter Erfolgsdruck.“ - Und auf einer Bürgerversammlung im Februar 2005 sagte er laut Frankfurter Rundschau vom 17.02.2005: „Dass es diesmal, wie so oft in der Stadtgeschichte, nicht bei bloßen Absichtserklärungen bleiben werde“ und „Wir haben uns vorgenommen, in diesem Jahr zu einer Entscheidung zu kommen“.
Warum also dieses neue Gutachten? Sind nicht alle wichtigen Daten bekannt, auf deren Grundlagen man Entscheidungen treffen kann? Was ist mit dem „neuen Investorenvorschlag ein Einkaufszentrum auf den Freiheitsplatz zu bauen“, aufgrund dessen man die schon gefassten Beschlüsse zur Umgestaltung des Freiheitsplatzes quasi zur Makulatur erklärt hat? Ist dieser „Neue Investorenvorschlag“, der nie in der Öffentlichkeit richtig erklärt wurde, ein imaginäres Vorhaben von Karstadt gewesen? Hat der Konzern inzwischen ganz andere Pläne? Oder ist der Investor abgesprungen?
Ist man politisch in einer Sackgasse angekommen und will man jetzt Zeit gewinnen, weil man im Moment nicht weiter weiß?
Ein gewaltiger Erklärungsbedarf seitens der Politik auf all diese Fragen ist in der Öffentlichkeit vorhanden.
Es wäre jetzt die Gelegenheit, über diese „neue Situation“ auf einer Bürgerversammlung zu informieren, zumal eine Forderung nach einer Bürgerversammlung schon seit einiger Zeit von betroffenen Geschäftsleuten
und Hauseigentümern, sowie Anwohnern gefordert wird.