


Geschichtlicher Rückblick
Erstmals wurde in Bruchköbel im Jahr 1128 in einer Urkunde des Erzbischofs Adelbert von Mainz als „minor Chevela“ erwähnt. Der Name „Bruchkebele“ erscheint im Jahr 1247.
Am 06. Februar 1368 gewährte Kaiser Karl IV. bei einem seiner Besuche in Frankfurt am Main auch Bruchköbel die Stadtrechte. Das Stadtrecht gestattete den Einwohnern, Markt abzuhalten und das Dorf mit Toren, Türmen, Mauern und Gräben zu befestigen. Obwohl das verliehene Stadtrecht zu keiner Zeit ausgeübt wurde, können doch der Bau und des Heeggrabens sowie Errichtung eines Wehrturms im Jahre 1410 – dem heutigen Wahrzeichen unserer Stadt – darauf zurück geführt werden. Bruchköbel hatte schon früher eine große Bedeutung. So befand sich hier der Sitz des Hals- und Zehntgerichtes, welches für den Bezirk Hanau und das gesamte Büchertal zuständig war. Der Ort Bruchköbel erfährt aber auch eine wechsel- und leidvolle Geschichte.
So traten in Mitte des 14. Jahrhunderts Überschwemmungen auf, die Beulenpest wurde durch die Seefahrer eingeschleppt und 1351 gab es eine verheerende Dürre und Trockenheit.
Während des Bundeskrieges der Städte gegen den Adel (1386 bis 1389) wurde Bruchköbel durch Plünderung schwer geschädigt. Auch von Frondiensten wird berichtet, die von Bruchköbeler Einwohnern während des Baus der Wehrmauer im Hanau und der Errichtung der ersten steinernen Kinzigbrücke in Hanau abgeleistet werden mußten. Der Dreißigjährige Krieg brachte Bruchköbel die totale Zerstörung; nur der Wehrturm, die ehemalige evangelisch-lutherische Kirche und ein Haus in der Schweizergasse blieben verschont. Der Siebenjährige Krieg brachte eine schwere Steuerlast. In der Zeit von 1806 bis 1810 stand Bruchköbel unter französischer Militärverwaltung
Mehr oder minder großes Leid bescherten Revolutionskriege, napoleonische Feldzüge und Befreiungskriege in den Jahre 1792 bis 1814. Im Jahre 1820, so zeigt die Chronik, gab es in Bruchköbel 478 Einwohner. 1879 wurde die Eisenbahnlinie Hanau - Windecken eröffnet. Im Jahre 1883 erhielt Bruchköbel erstmals einen Telefonanschluß (im Schulhaus), der Kirschturm eine neue Uhr und der „Freie Platz“ einen Brückenwaage. Zwei Jahre später zählte Bruchköbel schon knappp 1.000 Einwohner. Elektrisches Licht und der Bau einer Wasserleitung folgten in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, 1937 wurde das Schwimmbad gebaut.
Eine gravierende Phase der Entwicklung leitete das Ende des Zweiten Weltkrieges ein. Bruchköbel entwickelte sich vom Dorf zur Stadt. Bedingt durch die Heimatvertriebenen stieg in den Nachkriegsjahren die Einwohnerzahl rapide an. Diese Bevölkerungsentwicklung machte eine von neuem Bauland notwendig. Vom alten Ortskern ausgehend entstand neue Wohngebiete, so im Bereich des Viaduktes, und in den Jahren ab 1960 die „Kirlesiedlung“.
Ab 1972 erfolgte die Sanierung der Brucköbeler Altstadt. Am 1. Januar 1972 wurde im Rahmen einer Gebietsreform die ehemals selbständigen Kommunen Bruchköbel, Butterstadt, Niederissigheim und Oberissigheim zusammengeschlossen; 1974 folgte noch Roßdorf. Am 7. Mai 1975 wurden der Großgemeinde die Stadtrechte verliehen.
Rossdorf
Geschichtlicher Rückblick
Die Roßdorfer Geschichte wird im wesentlichen von einem Kloster geprägt, das die Antoniter im Jahre 1235 gründeten. Der Antoniterorden, ein bekannter Hospitalorden, wurde wahrscheinlich zur Eindämmung einer damals weitverbreiteten pestartigen Hautkrankheit, dem Antoniusfeuer, von den Hanauer Herren nach Roßdorf berufen. Das Roßdorfer Anoniterkloster war eine Generalpräzeptorei, der sogar die Klöster zu Köln und Alzey unterstanden. 1240 bauten die Antoniter ihre Kirche und weihten sie am 18. Januar, dem St. Antoniustag, ein. In Überlieferung dieses Datums wird die Kirschweih noch heute am Sonntag um den 18. Januar gefeiert. Die Präzeptorei wurde 1491 nach Höchst am Main verlegt, das Roßdorfer Kloster verfiel von diesem Zeitpunkt an immer mehr. Der letzte Antoniter in Roßdorf wurde im Jahre 1548 erwähnt.
Mit der Bezeichnung „Rostorf“ wurde der Ort in einer Schenkung an das Kloster Fulda mit einer Reihe anderer Gemeinden bereits im Jahre 850 erstmals erwähnt. Zweihundert Jahre später, 1062, wurde der Ort erneut genannt. Das geschah im Zusammenhang mit einer Schenkungsurkunde des fränkischen Adeligen Reginbodo. Mir dieser Schenkungsurkunde wurde die finanzielle Grundlage für Roßdorfs Kirche und Pfarrei geschaffen. Wie in vielen anderen Orten brachte für Roßdorf der Dreißiger Jahre Krieg schlimme Zeiten. Es gab Hungersnöte und die Pest hielt Einzug. Die Erwartungen der Bürger, daß nach dem Kriegsende das Klostereigentum in Bauernbesitz übergehen würde, erfüllte sich nicht. Der Orden blieb Herr, auch wenn er in Roßdorf nicht mehr seßhaft war. Seine Güter wurden von anderen Orten aus verwaltet. Die 600jährige Klostergeschichte in Roßdorf ging aber nach der Französischen Revolution durch Verstaatlichung der Güter zu Ende. In den folgenden Jahrzehnten setzten sich die Entwicklung Roßdorfs in „normalen Bahnen“ fort, vermerkten die Chronisten.
Durch die Aufnahme von Vertrieben nach dem Zweiten Weltkrieg aus Mähren und dem Egerland stieg nach 1946 die Einwohnerzahl stärker als zuvor an. Am 1. Juli 1974 erfolgte die Eingemeindung mit Bruchköbel. Zu diesem Zeitpunkt hatte Roßdorf 2.700 Einwohner.
Butterstadt
Geschichtlicher Rückblick
Butterstadt zählt mit zu den ältesten Siedlungen im Hanauer Raum und wird um 850 neben Issigheim und Roßdorf als „Butenestat“ erstmalig genannt. In einem Zinsregister des Klosters Seligenstadt um das Jahr 1000 ist „Boterstat“ erwähnt. Erst vom Jahre 1300 an existieren schriftliche Urkunden über die Geschichte von Butterstadt. Funde geben allerdings davon Kenntnis, daß Butterstadt eine römische Siedlung war und zum Castell Marköbel gehörte. Butterstadt war ein Hof der Roßdorfer Antoniter und blieb auch während der Reformationszeit katholisch.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Butterstadt von der Gemeinde Roßdorf mitverwaltet. 1866 wurde die katholische Kirche, das Wahrzeichen des kleinen Ortes, errichtet und die Gemeinde bekam eigene Geistliche, die bis zum Jahre 1933 auch jeweils die Volksschule leiteten. Zwischenzeitlich verlor der Ort erneut seine politische Selbstständigkeit und wurde wiederum von Roßdorf verwaltet. Von 1945 bis zum Zusammenschluß am 1. Januar 1972 war Butterstadt eine selbständige Gemeinde.
Niederissigheim, Oberissigheim
Geschichtlicher Rückblick
Die Geschichte der heutigen Bruchköbeler Stadtteile Nieder- und Oberissigheim ist eng miteinander verbunden. Beide Orte wurden im Jahre 850 erstmalig in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda erwähnt. Wie das nur rund einen Kilometer entfernte Oberissigheim dürfte Niederissigheim, als zu den Orten mit der Wortendung „heim“ gehörend, in fränkischer Zeit entstanden sein. Die ursprünglich an der Schafbrücke, der früheren Verbindungsstraße zwischen beiden Orten liegenden Ansiedlungen wurden durch ihre Bewohner wegen immer wiederkehrender Überschwemmungen teilweise auf die angrenzenden Hügel verlegt. So entstanden die beiden Dörfer Ober- und Niederissigheim. Im Jahre 1567 tauchte der Name Niederissigheim in seiner heutigen Schreibweise erstmalig in einer Urkunde auf. Der Dreißigjährige Krieg lies beide Orte nicht verschont.
Während dieser Zeit kam in Niederissigheim fast die Hälfte der Einwohner ums Leben, in Oberissigheim wurden, wie im Nachbarort, fast sämtliche Gebäude Zerstört. Nach der Lamboy´schen Belagerung Hanaus kehrten geflüchteten Bewohner, die das Glück hatten zu überleben, zurück in ihre Dörfer und bauten diese wieder auf. Im Jahre 1738 wurde in Niederissigheim der Kirchenbau eingeweiht.
In den folgenden Jahren berichtet die Chronik über eine ruhige Entwicklung der Orte. Niederissigheim kam 1866 zu Preußen. Das Ende des zweiten Weltkriegs brachte tiefgreifende strukturelle Veränderung. Viele Vertriebene fanden vor allem in Niederissigheim eine neue Heimat. In Oberissigheim stieg die Einwohnerzahl, bedingt durch viele Evakuierungen aus dem Hanauer Stadtgebiet, zwischenzeitlich außergewöhnlich stark an.
Damit ging aber die Struktur der reinen Bauerndörfer verloren, in Niederissigheim noch weitaus mehr als im benachbarten Oberissigheim. Beide Gemeinden wurden vorwiegend zu Wohnsitzorten. Niederissigheim zählte zum Zeitpunkt der Fusion mit Bruchköbel 1.500 Einwohner, Oberissigheim rund 1.000 Einwohner.
